Montag, 19. januar 2009
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Im April 2008 wollte ich mich für die Internationale Wochen an meiner
Fachhochschule eintragen. Die Listen wurden eine Woche vor Beginn ausgehängt. Leider sind die Plätze jedes Jahr begrenzt und wenn man nicht Punkt 8.00 im
Foyer der FH steht um sich einzuschreiben, bekommt man nichts mehr ab.
Genau so ging es mir ab dem Tag, ich hatte verschlafen und als ich um 9.30 vor
der Liste stand war sie voll. Das hieß für mich, eine Woche frei. Ich überlegte also was ich mit meiner gerade gewonnen Vorlesungfreien Woche anstellen sollte.
Dann fiel mir ein, eine Freundin hatte mir doch mal etwas über dieses
Couchsurfing erzählt. Zu Hause checkte ich nochmal die Website, über welche ich vorher nur drüber geflogen war. Es hörte sich alles sehr interessant an und ich dachte mir "warum probierst du das
nicht einfach mal aus?". Gesagt getan! Ein Reiseziel war auch schnell gefunden. Da ich schon immer mal nach England wollte, buchte ich spontan einen Flug nach
London.
In einer Woche war es dann so weit, ich packte alles was ich für die Reise
brauchte in den Reiserucksack den ich zu Weihnachten bekommen hatte.
Meine Mutter brachte mich in Stendal zum Bahnhof und ich stieg in den Zug nach
Berlin. Ich war sehr aufgeregt da es auch das erste mal für mich war, dass ich in einem Flugzeug sitzen würde.
In Berlin Schönefeld angekommen, suchte ich den Schalter zum einchecken. Es
dauerte eine ganze Weile ehe ich an der Reihe war. Als ich mein Gepäck verstaut hatte machte ich mich auf zum Sicherhaltsschalter. Dort musste ich auch noch mal eine Weile warten bis es dann
endlich zum Gate ging. Dort angelangt dauerte es noch mal knapp 20 Minuten bis wir das Flugzeug besteigen durften.
Im Flieger sicherte ich mir gleich einen Fensterplatz um alles sehen zu können.
Nach den Sicherheitsanweisungen, welche ich aufmerksam verfolgte, ging es dann endlich los. Der Start war etwas holprig, aber es hatte was von Achterbahnfahren. Der Flug dauert etwas über eine
Stunde und um 16.30 Englischer Zeit landeten wir in London Luton.
Am Gate angekomen folgte ich den restlichen Passagieren zur Gepäckausgabe. Dort
traf ich auf einen Jungen aus Oxford und wir unterhielten uns. Beinahe hätte ich sogar meinen Gepäck verpasst. Ich verabschiedete mich und ging raus zu den Bussen. Doch dort standen so viele
Busse und ich hatte auch noch kein Ticket. Also stieg ich einfach in einen der Busse und fragte einen Passagier. Ich hatte den richtigen Bus erwischt und fuhr mit diesem zum nächsten Bahnhof. Der
Mann, welchen ich nach einer Auskunft gefragte hatte war sehr nett, er half mir beim Ticketkauf und brachte mich anschließend zum Zug.
Der Zug war sehr voll und ich bekam nur noch einen Stehplatz ab. In London hatte
ich mich mit Patrick verabredet, einem Kanadier, den ich durch Couchsurfing kennengelernt hatte und bei dem ich die ersten drei Tagen bleiben sollte. Patrick wohnte in Putney, Südwest
London.
In London stieg ich am Bahnhof Kings Cross aus. Von dort aus wollte ich mit der U
Bahn weiter zur Victoria Station. Sich in der Londoner Tube zurecht zufinden war nicht schwer, da alle Linien bunt gekennzeichnet sind. Leider war ich in die Rush Hour hinnein gerutscht. Es war
sehr warm in dem Wagon und ich konnte auch meinen Rucksack nicht abnehmen, da es zu voll war.
An Victoria wechselte ich den Zug in Richtung Putney. Von dort aus fuhr ich noch
mal knapp 10 Minuten. In Putney musste ich auf den Bus umsteigen, was sich als Problem darstellte. Erst brauchte ich ewig um die richtige Bushaltestelle zu finden und dann hielt dort kein Bus,
alle fuhren vorbei. Ich muss wohl ziemlich hilflos gewirkt haben, jedenfalls kam einen ältere Frau zu mir rüber und erklärte mir ich müsse die Hand raus halten damit der Bus hält. Das tat ich
dann auch und schon hielt der Bus auch.
Es war ein Doppelstockbus, ich setzte mich aber nach unten, da ich meine
Haltestelle nicht verpassen wollte. Das wäre aber unnötig gewesen, da es die Enthaltestelle war.
Patrick wartete schon auf mich. Er begrüßte mich und wir gingen zusammen zu ihm.
Er wohnte in einem typisch Englischen Haus. Da es schon spät war kochten wir zusammen Abendessen und schauten einen Film. Den Abend gesellten sich dann noch seine Mitbewohner zu uns. Sie waren
alle sehr nett und fragte mich über Deutschland aus. Geschlafen habe ich auf eine Matratze neben Patricks Bett.
Am nächsten Morgen frühstückten wir zusammen. Es gab Toast mit
Erdnussbutter.
Anschließend beschlossen wir einen Spaziergang an der Themse zu machen. Was sich
aber nicht als einfach gestaltete. Patrick wusste zwar wo die Themse lag, aber dazwischen lagen immer wieder Privatgrundstücke so dass man einen riesen Umweg laufen musste. Patrick wollte eine
Abkürzung über einen der vielen Golfplätze nehmen. Ich fand das ziemlich gefährlich, da überall recht und links diese Schilder standen "Look out for the ball". Zum Glück bekamen wir keinen ab. Am
Ende des Golfplatzes kamen wir aber nicht weiter und drehten wieder um.
Nach knapp zwei Stunden Suchen kamen wir endlich an der Themse an.
Die Landschaft war sehr schön, aber es war auch ein sehr langer Spaziergang. Wir
liefen bis hoch nach Richmond. Leider redeten wir nicht viel, deshalb war es Zeitweise ziemlich langweilig.
Richmond war ein, wie ich finde, sehr schöner Stadteil. Dort suchten wir uns ein
Cafe, wo wir uns hinnein setzten. Auf dem Rückweg aßen wir an einem der vielen Imbissstände zu Abend.
Wieder bei Patrick schauten wir noch einen Film und gingen ziemlich zeitig
schlafen.
Den nächsten Tag musste Patrick arbeiten. Also machte ich mich allein auf den
Weg. Am Nachmittag wollte ich mich mit meinem Englischen Brieffreund Luke treffen. Da ich aber noch etwas Zeit hatte wollte ich vorher ins Museum für Naturkunde. Da war aber wieder das Bus
Problem. Ich wusste welche Nummer ich nehmen musste, aber die Stationen wurden nicht richtig angesagt und auf den Plänen standen immer nur die Haupthaltestellen. Also stieg ich ein paar Mal um
und fuhr insgesamt bestimmt zwei Stunden Bus. Aber gegen eine kleine Stadtrundfahrt war ja auch nichts einzuwenden.
Dann stieg ich aber auf die U Bahn um Richtung Richmond. Dort wollte ich mich mit
Luke treffen. In Richmond ließ er mich dann eine halbe Stunde warten. Dann kam er endlich, er begrüßte mich mit einem süßen Lächeln und einem noch süßerem Britischen
Akzent.
Zusammen gingen wir runter zur Themse und setzten uns dort auf eine Bank. Wir
verstanden uns super und unterhielten uns eine Weile.
Später gingen wir in eine kleines Restaurant und bestellten uns Nachos. Luke
erzählte mir von seinen Plänen Medizin zu studieren und über sein Leben in England. Anschließend lud er mich mich auf einen Drink in einem Englischen Pub ein. Da es aber erst Nachmittag war, war
der Laden noch leer. Trotzdem war es sehr nett dort. Wir unterhielten uns über Filme und Musik.
Am späten Nachmittag brachte er mich wieder zur U Bahnstation und wir
verabschiedeten uns.
Ich fuhr wieder zu Patrick um meine Sachen abzuholen. Im Anschluss machte ich
mich auf dem Weg nach Hatfield um mich mit Scott zu treffen, da ich die nächste drei Tage bei ihm bleiben wollte.
Scott war ein Amerikanischer Austauschstudent und studierte an der Universität in
Hatfield. Hatfield lag etwa eine halbe Stunde außerhalb von London. Ich musste also den Zug nehmen. Am Bahnhof angekommen machte ich mich auf die Suche nach der Bushaltestelle. Ich wusste welchen
Bus ich nehmen sollte, leider wurde dieser auf der Anzeigetafel nicht angezeigt. Auch nach einer halben Stunde warten kam der Bus nicht, also nahm ich mir ein Taxi.
Im Taxi versuchte ich dem Fahrer zu erklären wo ich hin wollte. Aber entweder
konnte oder wollte er mich nicht verstehen. Ich rief also Scott an und reichte ihn an den Taxifahrer weiter und er erklärte ihm wo er mich absetzen sollte.
An der Uni angekommen wartete Scott auch schon auf mich. Er begrüßte mich mit
einer Umarmung. Am Eingang zum Unigelände musste ich mich einschreiben, sogar meinen Personalausweis musste ich vorzeigen.
Scott nahm mir meinen Rucksack ab und wir brachten meine Sachen in sein Zimmer.
Im Anschluss gingen wir in die Küche. Dort lernte ich ein paar von Scotts Freunden kennen. Sie waren alle sehr nett und wir unterhielten uns gut. Scott kochte mir ein typisch amerikanisches
Gericht, Mac and Cheese.
Am Abend meldeten sich noch zwei weitere Cochsurfer bei Scott an. Zwei
Amerikanerinen, die gerade aus Paris angereist waren. Sie waren beide sehr nett und wir tauschten unseren Couchsurf Erfahrungen aus. Für mich war es die erste also hörte ich mir interessiert ihre
Geschichten an.
Später am Abend trafen wir uns mit Freunden von Scott, quatschten und lachten
viel. Geschlafen habe ich bei Scott im Zimmer auf einer Matratze vor seinem Bett. Die beiden anderen Mäddels schliefen bei einer Freundin von ihm.
Am darauf folgendem Tag hatte Scott Vorlesung also machte ich mich zusammen mit
Kate, aus Chicago, auf dem Weg nach London. Dort angekommen gingen wir einen Kaffee trinken bevor sich unseren Wege wieder trennten. Gegen Mittag war ich mit einem Österreicher verabredet.
Gemeinsam wollten wir eine Sight Seeing Tour durch London machen. Getroffen
haben wir uns in der Baker Street. Wir verstanden uns von Anfang an sehr gut und redeten sehr viel. Zusammen fuhren wir mit der U Bahn nach Westminster. Als erstes besuchten wir Big Ben und
gingen über die Brücke Richtung London Eye weiter. Wir machten einen Spaziergang an der Themse und gingen anschließend ins Tates, Museum of Modern Art.
Die Ausstellungen waren für uns beide etwas gewöhnungsbedürftig. Da es sich um
sehr surrealistische Kunst handelte. Aber man musste es mal gesehen haben. Bei einem "Kunstwerk" waren wir uns nicht sicher. Vladi dachte zuerst das wir uns im Gang geirrt hatten und die dort
vielleicht bauten, weil dort nur ein paar Steine aufeinander gestappelt waren. Hinterher stellte sich aber herraus, dass dies wirklich Kunst sein sollte. Das schon sehr
witzig.
Nach diesem sehr interessanten Museumsbesuch, machten wir uns auf den Weg zum
Britischen Museum. Dieses war schon eher unsere Ding. Am besten gefiel mir die Abteilung für Ägyptologie. Aber auch die anderen Ausstellungen waren sehr interessant.
Im Anschluss machten wir uns auf die Suche nach einer Gaststätte oder einen
Restaurant, da wir ziemlichen Hunger hatte. Es war aber nicht sehr leicht etwas passendes und vorallem bezahlbares in der Innenstadt zu finden.
Nach längerem Suchen besuchten wir einen Italiener. Die Gaststätte war in einer
Art Kellergewölbe, die Atmosphäre war sehr nett, das Essen leider nicht so. Wir unterhielten uns sehr gut und Vladi erzählte mir von seinem letzten Urlaub in Hong Kong.
Danach machten wir noch einen kleinen Spaziergang in der Stadt. Am späten
Nachmittag verabschiedeten wir uns dann und ich fuhr wieder zurück nach Hatfield.
Diesmal fuhr der Bus. Angekommen an der Unoversität traf ich auf einen Frend von
Scott, wir unterhielten uns kurs und er brachte mich zurück auf Scotts Zimmer. Scott hatte Pizza bestellt, da ich ihm am Vortag erzählt hatte das ich gerne Pizza esse. Wir aßen zusammen zu Abend
und unterhielten uns. Er erzählte mir von seinen Couchsurf Erfahrungen und über die verschieden Länder die er schon bereist hatte.
Nach dem Essen trafen wir uns mit Freunden und spielten Monopoly. Anschließend
veranstalteten wir eine Wasserschlacht in den Fluren des Wohnheimes. Es war eine ziemliche Schweinerei, aber sehr lustig. Den Rest der Nach verbrachten wir damit über alles mögliche zu
quatschen.
Am nächsten Tag packte ich meine Sachen und Schott brachte mich zur
Bushaltestelle. Wir verbschiedeten uns und ich nahm den nächsten Zug nach London.
In London wollte ich mich mit Jean Luc einem Franzosen treffen. Er wohnten in
Kennsington in dr Nähe des Olympiastadions. Von Kings Cross aus fuhr ich also mit der U Bahn Richtung High Street Kennsington. Von dort aus fragte ich mich bis zum Olympiastadoin
durch.
Jean Luc wohnte über einem Indischem Reastaurant. Er begrüßte mich auf
Französich, Küsschen links, Küsschen rechts. Wir verstanden uns ziemlich gut, zumindest am Anfang.
Er und sein Mitbewohner Henry waren gerade dabei Mittagessen zu kochen. Bei Essen
unterhielten wir uns sehr gut. Da die beiden für ihre Prüfungen lernen mussten machte ich mich auf den Weg die Gegend etwas zu erkunden. Den Tag kam ich auch endlich dazu das Museum für
Naturkunde zu besuchen.
Es war ein sehr großes Gebäude. Die Ausstelung zum Menschlichen Körper war sehr
interssant, weil man alles anfassen und auspobueren konnte. Am besten gefiel mir aber die Abteilung der Dinosaurier. Dort war eine T Rex Figur in Lebensgröße ausgestellt, das war wirklich
cool.
Anschließend machte ich einen Spaziergang im Hydepark und am Abend erkundete ich
High Kennsington. Dieser Stadtteil gefiel mir besonders gut, da es viele verschidene Geschäfte und die Leute auch sehr nett waren.
Als ich wieder bei Jean Luc war, hatte er eine Freundin zum Essen eingeladen.
Beim kochen redeten alle nur Französich, da ich aber noch nie Französisch hatte, verstand ich kein Wort. Bei Essen sprachen sie zwar wieder Englisch, aber da sich alle seit Kindertagen
kannten konnte ich auch wieder nicht mitreden. Ich fühlte mich etwas ausgegrenzt und ging den Abend auch relative früh schlafen.
Am nächsten Morgen verabschiedete ich mich sehr früh, ich bedanke mich höflich
für alles und ging.
Den Vormittag hatte ich mich noch mal mit Vladi verabredet. Wir wollten zusammen
auf den Woc
henendmarkt nach Notting Hill. Da ich den Film schon
100 mal gesehen hatte war ich sehr gespannt, wie dieser Stadtteil Londons denn nun in der Realität aussieht. Was mich dann erwartete war eher enttäuschend. Es war alles ziemlich drecking und sah
so gar nicht aus wie im Film dargestellt. In Notting Hill machten wir uns auf die Suche nach dem Haus mit der Blauen Tür. Leider fanden wir dieses aber nicht. Dafür sahen wir den Buchladen in dem
Hugh in dem Film arbeitete.
Ansonsten kaufte ich mir dort auf dem Markt eine dieser großen Sonnenbrillen, die
zu der Zeit inn waren.
Mit Vladi ging ich dann noch Schuhe kaufen, was sich bis zu zwei Stunden hinzog.
Aber nicht ich sondern Vladi brauchte so lange um sich für ein Paar zu entscheiden.
Am Nachmittag verabschieden wir uns und ich machte mich wieder auf den Weg zum
Flughafen. Ich musste wieder über King Cross fahren. Dort hatte ich Probleme, den richtigen Bahnhof und das vorallem das richtige Gleis zu finden.
Als ich endlich im Zug saß hatte ich Angst meine Haltestelle zu verpassen.
Zum Glück stiegen dort aber noch mehr Leute aus, denen ich mich einfach anschloss. Weiter ging es dann mit dem Bus.
Am Flughafen ging dann alles ganz fix und schon war ich wieder auf dem Weg nach
Hause.
Dies war also meine erste Couchsurfing Erfahrung und es wird sicher nicht die
letzte bleiben.
von TheGoodGirl
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veröffentlicht in: England
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