Donnerstag, 22. januar 2009
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Vor 4 Jahren absolvierte ich meine Fachhochschulreife in Magdeburg. Im Februar 2005
plante unser Ethiklehrer, wie jedes Jahr einen Skiausflug nach Österreich. Aus jeder Klasse konnte acht Leute mitfahren. Da ich noch nie in meinem Leben Skigefahren bin, meldete ich mich an.
Insgesamt war es auch sehr billig, wir musste jeder nur knapp 250 Euro zahlen, incl. Skiausrüstung, Skipass, Unterkunft und für die Anfänger einen Skikurs.
Ein paar Tage später sollte ich und meine Mitschüler in einem Skiladen in der Näher der Schule unsere Ausrüstung aussuchen, damit alles passte wenn wir in Österreich ankamen.
2 Wochen später ging es dann los. Gestartet wurde von Busbahnhof in Magdeburg. Die Fahrt dauerte knapp 10 Stunden. Ich blieb die ganze Zeit über wach, da ich sehr aufgeregt war.
Am Skiort angekommen, mussten wir unsere Sachen auf den Schneeraupen verstauen. Diese brachten unser Gepäck auf die Hütte. Mit der Seilbahn ging es dann zu den Pisten. Oben angekommen, wartete auch
schon die Skilehrerin auf uns Anfänger. Die anderen durften auch schon gleich los legen. Der Rest, bekam erstmal eine Belehrung. Dann ging es los, wir sollten uns die Skier anziehen
Ich stellte mich etwas dumm an und fiel sofort auf die Nase. Das Aufstehen war nicht sehr leicht, da ich auf einem kleinen Hang stand und immer wieder wegrutschte. Nach einer Weile, entschied ich
mich die Skier auszuziehen und so aufzustehen. Da stand auf einmal meine Ethiklehrer vor mir und meinte ich sollte die Skier wieder anschnallen. Er ließ mich richtig rund laufen und ich versuchte
mich irgendwie raus zureden. Er hätte mich beinahe zum heulen gebracht. Während wir so rumdiskutiereten, merkten wir nicht wie sich mein Anfängerkurs auf den Weg machte, die hatte mich gar nicht
für voll genommen. Als wir das merkten, war es schon zu spät und die über alle Berge.
Ich war ziemlich fertig und dass obwohl ich noch nicht mal 3 Sekunden auf meinen Skiern gestanden hatte.
Mein Ethiklehrer rief einen Bekannten von sich an und bat ihn sich meiner anzunehmen. Es dauerte nicht lange und er kam angefahren. Sein Name war Uwe und er arbeitete dort als Skilehrer. Die beiden
kannten sich schon eine Weile, deshalb tat Uwe ihm diesen Gefallen und spielte trotz seiner freien Woche meinen Skilehrer.
Ich war total erleichtert, wann bekommt man schon mal einen Privattrainer und das auch noch total kostenlos.
Uwe war richtig nett und unter seiner Anleitung konnte ich, auch trotz Skiren an meinen Füßen auf stehen.
Die erste Piste die wir runter fuhren war der Babyhang, dieser war für Anfänger vorgesehen, natürlich fiel ich ein paar mal hin, aber mein Skilehrer macht mir immer wieder Mut. Am Anfang fuhr ich
sehr ängstlich, aber mit der Zeit fing es sogar an Spaß zu machen. Bis wir dann zu dem, bis dahin größten Abhang kamen, Am Ende dieses stand unsere Hütte, also musste ich da irgendwie runter. Wir
diskutierten sehr lange und Uwe versuchte mir einzureden, dass es schlimmer aussieht als es in Wirklichkeit war. Ich konnte mich aber nicht überwinden. Ich zog meine Skier aus und gab sie ihm mit
dem Satz "Ich laufe". Das habe ich dann auch gemacht. Unten angekommen, gab er mir meine Skier wieder und wir stellten sie in den dafür vorgesehenen Raum.
Ich bedankte mich bei Uwe und wir verabredeten uns für den nächsten Tag um 9.00 für den nächsten Skikurs.
Dann ging ich hoch auf mein Zimmer, alles anderen waren schon längst wieder da.
Die Jungs hatte meinen Koffer schon mit hochgetragen. Wir hatte zwei Zimmer. Ein Durchgangszimmer und eines dahinter. Das hintere war für die Mäddels und das vordere wurde von den Jungs bezogen.
Leider standen in jedem Zimmer nur 3 Betten und wir waren aber 4 Mäddels und 4 Jungs. Also musste jeweils einer auf Matratzen schlafen. Ich entschied mich dann den anderen die Betten zu überlassen
und richtete mir eine Ecke ein.
Wir hatten sogar unser eigenes Badezimmer. Nach dem auspacken gingen wir runter zum Abendessen. Der Speiseraum, sowie die ganze Hütte war im typisch österreichischen/bayrischem Stil.
Zum Essen wurde ein Buffet aufgebaut, es sah alles sehr lecker aus.
Von unserem Platz aus konnte man raus gucken. Die Aussicht war fantastisch. Alles war weiß und man konnte fast bis runter ins Dort gucken.
Den Abend verbrachten wir in einer Art Clubraum, dort konnten wir reden, tanzen und ein Bar gab es auch.
Dort traf ich auch wieder auf Uwe mit dem ich mich eine Weile unterhielt, er meinte wenn ich nicht dagegen hätte würde er mich für die ganze Woche übernehmen. Ich stimmte zu.
Gegen 23.00 verließ ich den Club und machte mich Bettfertig.
Die Nacht konnte ich nicht schlafen, da meine Matratze immer wieder auseinder rutschte ich eines der Mäddels sehr laut schnarchte. Ich ging dann noch mal ins Bad, auf dem Weg dort hin musste ich
durch das Jungenzimmer. Auf meinem Weg zurück weckte ich aus Versehen Christoph. Er fragte was los sein und ich erzählte ihm, dass ich nicht schlafen könnte und warum. Er bat mir an in seinem Bett
zu schlafen, ich nahm das Angebot an und er holte sich meine Martratze aus dem Zimmer und schlief darauf weiter. Ich schlief auch gleich wieder ein. Am nächsten Morgen machten wir uns fertig und
gingen runter zum Frühstück. Nach dem Essen ging es wieder raus. Dort begrüßte ich meinen Skilehrer. Um zu den Sesselliften zu kommen musste wir ersteinmal einen ziemlich großen Abhang herrunter,
da ich ein kleinen Angsthase bin lief ich diesen lieber runter als zu fahren.
Unten angekommen ging es zu den Sesselliften, mit diesen sollten wir auf die Piste kommen. Ich setze mich beim ersten daneben, den zweiten bekam ich aber.
Bei Aussteigen hatte ich auch ein paar Probleme und fiel erst mal nach vorne.
Uwe und ich übten das Fahren auf der "Autobahn", diese war perfekt zum Üben, da die Steigung nicht sehr stark war. Uwe zeigte mir wie man richtig fährt, bremst und nach rechts und links lenkt. Nach
einer Weile hatte ich den Dreh langsam raus und fiel auch nicht mehr so oft hin. Es machte wirklich sehr viel Spaß. Den großen Hügel traute ich mich aber immer noch nicht runter.
Am späten Nachmittag bekamen wir die Nachricht, dass Christoph mit einer anderen Skifahrerin zusammen gestoßen war und ihr Skistock in die Hand gerammt bekam.
Er wurde ins Krankenhaus gefahren, kam aber am nächsten Tag wieder, durfte aber erst mal nicht mehr fahren.
Den Abend verbrachten wir auf dem Zimmer und spielten Karten. Irgendwie hatte sich unter den anderen Gästen rumgesprochen, dass wir ein eigenes Badezimmer hatte und es kamen andauert irgendwelche
Mäddels die bei uns duschen wollten, da es unten nur Gemeinschaftsduschen gab. Die Jungs hatte natürlich nichts dagegen.
Am nächste Tag konnten wir nicht fahren da es sehr nebelig draußen war. Also langweilen wir uns ziemlich. Ich fing an mich mit Andreas zu unterhalten, er fuhr schon ziemliche lange Ski und fragte
mich warum ich solchen Angst hatte, den Abhang vorm Haus runter zu fahren. Ich meinte nur weil ich sehen kann wie tief das da runter geht. Er schlug mir vor es jetzt zu versuche, da ich durch
den Nebel nicht bis ganz runter schauen könnte. Das machten wir dann auch. Ich fuhr runter ohne einmal hin zufallen. Ich war so stolz auf mich und Andreas auch. Am Abend schlief ich wieder bei den
Jungs. Am nächste Morgen war Uwe sehr überrascht, das ich ohne rumzetern den Abhang runter sauste. An diesem Tag wollte er mit den anderen Skilehrer zusammen fahren und ich mitten drin. Das war
sehr lustig, vorallem, da sie an jeder Hütte einen Boxenstopp einlegen musste um ein Bier zu trinken.
Während des Mittagessen kam ich mit meinem Ethiklehrer ins Gespräch. Er war ziemlich cool und wir verstanden uns sehr gut. Im Gespräch stellte sich herraus, dass er im Vorstand vom Karate Verein
Sachsen Anhalt ist und da ich schon lange Karate machte hatte wir genügend Gesprächsstoff. Er war ziemlich stolz auf mich, da ich das Skifahren sehr schnell gelernt hatte. Ich fiel auch so gut wie
gar nicht mehr hin, da ich die Technik raus hatte. Jetzt durfte ich auch mit auf die roten Pisten kommen, nachdem ich fast die ganze Zeit nur auf den blauen gefahren war. Ich fuhr sogar
besser als die Leute, die den Anfängerkurs besucht hatte. Vielleicht war es doch nicht so schlimm, das ich mich am Anfang so doof angestellt hatte.
Unseren letzten Abend verbrachten wir wieder in dem Clubraum. Ich bedankte mich bei Uwe, er war ein phantastischer Skilehrer und vorallem so geduldig mit mir.
Den nächsten Morgen packten wir unsere Sachen und brachten diese runter zu den Schneeraupen. Wir selber musste zum Lift runter fahren.
Im Lift sitzend, verlor ich einen meiner Skistöcke, deshalb musste einer der Gruppenleiter noch mal eine Runde fahren, um diesen zu holen. Was mir auch sehr Leid tat.
Dann stiegen wir in die Seilbahn, welche uns wieder nach unten brachte. Dort stand auch schon unser Bus und als wir alle eingestiegen waren ging es wieder Heim.
Nach diesem Auflug hieß ich bei unserem Ethiklehrer nur noch Skihase oder Pistenfuchs.
von TheGoodGirl
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veröffentlicht in: Österreich
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